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Darmkrebs — Therapien

Therapieformen

Wie bei anderen Krebserkrankungen auch, richtet sich die Therapie bei Darmkrebs nach der Lokalisation und Stadium des Tumors.
Grundsätzlich können (schulmedizinisch) drei Therapieformen zur Anwendung kommen:

Chemo- & Strahlentherapie

In vielen Fällen wird heute eine neoadjuvante Chemo- bzw. kombinierte Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt. Diese ermöglicht eine Schrumpfung des Turmors oder der Metastasen und somit ein verbessertes chirurgisches Ergebnis (Downstaging).

Die adjuvante Chemo- oder adjuvante Chemo- und Strahlentherapie wird als unterstützende oder vorbeugende Behandlung eingesetzt, um Krebszellen nach einer chirurgischen Therapie abzutöten. Dadurch können Rückfälle (sog. Rezidive) verhindert werden.

Die palliative Chemotherapie wird im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt, um die Lebensdauer zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern.

Die Chemotherapie bedingt im Allgemeinen sehr starke Nebenwirkungen. Deren Symptome (Übelkeit, Entzündung der Schleimhäute usw.) können jedoch heute medikamentös therapiert und damit deutlich gelindert werden.

Chirurgische Therapie

Die Entfernung eines Darmtumors erfolgt in der Regel offen-chirurgisch durch Entfernung des betroffenen Darmabschnitts. Es werden aber auch bereits ganz oder teilweise laparaskopische Eingriffe durchgeführt. Normalerweise ist ein künstlicher Darmausgang nicht oder nur vorübergehend erforderlich. Selbst bei Rektumkarzinomen kann heute sehr oft kontinenzerhaltend operiert werden.

Neueste Therapien

Seit etwa 2000 unterscheidet man nicht mehr nur nach dem Organ, den der Krebs befällt, sondern vermehrt nach der mikrobiologischen Beschaffenheit eines Tumors. Man forscht derzeit an der Entwicklung von spezifischen Substanzen gegen definierte Ziele im Umfeld von oder in der Krebszelle (z. B. Rezeptorblocker oder Antikörper). Es gibt bereits einige derartige Medikamente. Ihre Wirksamkeit ist selektiver als die Chemotherapie, aber es kommt auch hierbei zu z. T. erheblichen Nebenwirkungen.

Alternative Therapien

Es gibt viele Produkte auf dem Markt, die eine "heilende" Wirkung bei Krebs versprechen. Allen gemein ist, dass ihre Wirksamkeit bisher klinisch nicht nachgewiesen wurde.
Die Misteltherapie ist eine komplementärmedizinische Therapie der anthroposophischen Medizin. Sie ist in Deutschland sehr verbreitet, im nicht deutschsprachigen Ausland jedoch fast unbekannt. Die Misteltherapie kann — entgegen der verbreiteten Auffassung — mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden sein.

Insbesondere während der Therapiephase als auch danach, kann der Kontakt zu einer unabhängigen Selbsthilfegruppe wie der ILCO eine große Hilfe für den Patienten darstellen. Hier erhält er/sie alle nötigen Informationen zu Therapien, Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln sowie zu sozialen Fragen.